Um die ENTDECKUNG DES ABSINTHES ranken sich viele Legenden.
Insbesondere im frühen 18. Jahrhundert basieren diese auf Quellen die ähnlich trübe sind wie das Getränk selbst. Der eigentlichen Entdeckung gingen diverse Liqueure auf der Basis von Wermut voraus, die Mitte des 18. Jahrhunderts hergestellt wurden. Allerdings war dies lediglich ein Absinthwein und noch kein Destillat. Im Januar 1777 wurde im Rahmen eines Banketts in Boudry bei Neuenburg für “Herren der Justiz” ein “extrait d`absinte” als Digestif zur Verdauung gereicht. Absinthe wurde zu dieser Zeit also bereits in Gasthäusern serviert.
Die WIRKUNG DES BESONDEREN EXTRAKTES sprach sich schnell herum.
Weit über die Grenzen des damaligen “Fürstenthums Neuenburg”. Und es wunder sich nicht, dass ein Arzt namens Dr. Pierre Ordinaire, der sich 1768 angeblich auf der Flucht von der französischen Revolution in Couvet im Val-de-Travers niederliess davon erfahren haben soll. Um es aber gleich klarzustellen: Ob es diesen “ordinären” Arzt, der dieses Aussergewöhnliche Getränk unter das Volk gebracht haben soll, tatsächlich gab, ist unklar. Denn es gibt nur ebenso ungenaue wie widersprüchliche Aussagen zur Existenz dieses als seltsam beschriebenen Doktors. Tatsache ist, dass in Couvet, zufälligerweise in der Nachbarschaft dieses angeblichen Artztes ohne nachweisbare Niederlassung, eine kräuterkundige Frau namens Henriette Henriod lebte.